Worum geht es bei der Spendenkampagne?

Zärtlichkeit der Bevölkerungen

Die Wuppertaler Spendenkampagne für medico International und Heyva Sor a Kurdistanê ist eine gemeinsame Initiative solidarischer Wuppertaler*innen. Alle Erlöse der Kampagne und der Veranstaltungen werden für die humanitäre Arbeit in Rojava verwendet.

Nach mona­te­lan­gen Dro­hun­gen über­fiel die tür­ki­sche Armee Anfang Okto­ber die selbst­ver­wal­te­te Regi­on Roja­va. Zusam­men mit von ihr koor­di­nier­ten und aus­ge­stat­te­ten radi­kal-isla­mis­ti­schen Mili­zen besetz­te sie einen Teil der Regi­on in Nord­sy­ri­en an der Gren­ze zur Tür­kei, wo offen Anders­den­ken­de und ‑gläu­bi­ge nun gejagt und ver­trie­ben wer­den. Bis zu die­sem Zeit­punkt war in Roja­va durch die vor­wie­gend kur­di­sche Bevöl­ke­rung zusam­men mit dort leben­den Yezidinnen, Ara­mä­erinnen, Ara­berinnen und Turk­meninnen eine mul­ti­eth­ni­sche und mul­ti­re­li­giö­se Selbst­ver­wal­tung auf­ge­baut wor­den. Roja­va war damit eine demo­kra­ti­sche Enkla­ve im kriegs­ge­schüt­tel­ten Syri­en, in der auch vie­le vor dem Krieg geflüch­te­te Men­schen aus ande­ren Regio­nen des Lan­des zwi­schen­zeit­lich eine neue Hei­mat gefun­den hat­ten. Durch den tür­ki­schen Angriffs­krieg, der von offe­nen Geno­zid­dro­hun­gen gegen die Bevöl­ke­rung und einer umfas­sen­den natio­na­lis­ti­schen Mobi­li­sie­rung in der Tür­kei beglei­tet wird, ist die­se fried­li­che Enkla­ve jetzt akut bedroht.

Bereits in den ers­ten Tagen des tür­ki­schen Angriffs muss­ten erneut Tau­sen­de aus den ange­grif­fe­nen Dör­fern und Städ­ten flüch­ten. Bedroht von tür­ki­schen Luft­an­grif­fen und isla­mis­ti­schen Kämp­fern fan­den sie sich in vom Kur­di­schen Roten Halb­mond ein­ge­rich­te­ten Flücht­lings­la­gern wie­der.

Der med­ico-Part­ner Hey­va Sor a Kur­di­stanê (der Kur­di­sche Rote Halb­mond) ist der­zeit die letz­te huma­ni­tä­re Orga­ni­sa­ti­on, die noch ver­sucht, in der unüber­sicht­li­chen Situa­ti­on mit tür­ki­schen, rus­si­schen und syri­schen Trup­pen und isla­mis­ti­schen Mili­zen den betrof­fe­nen Men­schen zu hel­fen. Es feh­len die Mit­tel, um die not­wen­di­ge Ver­sor­gung der Geflüch­te­ten sicher zu stel­len. Mit dem in der Regi­on begin­nen­den Win­ter droht eine huma­ni­tä­re Kata­stro­phe. Hey­va Sor a Kur­di­stanê ist daher drin­gend auf Unter­stüt­zung von außen ange­wie­sen, um die Men­schen in den kriegs­zer­stör­ten Gebie­ten und den gro­ßen Flücht­lings­la­gern durch den Win­ter zu brin­gen.

Wir möch­ten mit einer Wup­per­ta­ler Spen­den­kam­pa­gne soli­da­risch sein und ein klei­nes Stück bei­tra­gen, damit das gelin­gen kann. Wir füh­len uns den Men­schen in Roja­va, die die Haupt­last des Kamp­fes gegen den IS getra­gen haben, und die mit ihrer Selbst­ver­wal­tung ein Bei­spiel gleich­be­rech­tig­ter und demo­kra­ti­scher Prin­zi­pi­en geben, ver­pflich­tet.

Konto: Regionalbüro Arbeit und Leben Berg-Mark GLS Bank Bochum IBAN: DE89 4306 0967 4023 5015 01 (Stichwort: Rojava)

Aktuelles

Zwei Audios zum Thema

Zwei aktu­el­le Radio­bei­trä­ge zum The­ma von detektor.fm und vom Deutsch­land­funk.

Ist der Traum aus? mit dem Foto­jour­na­lis­ten Phil­ipp Breu und dem Arzt Micha­el Wilk

Zwei­schen Auto­no­mie und Iso­la­ti­on von Char­lot­te Bru­ne­au

Wuppertal hilft Rojava • Aufruf

Die Zärt­lich­keit der Bevöl­ke­run­gen: „Tag und Nacht für Roja­va“

„Wup­per­tal hilft Roja­va“ ist eine Spen­den­ak­ti­on soli­da­ri­scher Wuppertaler*innen für die Arbeit von med­ico inter­na­tio­nal und Hey­va Sor a Kur­di­stanê. Die Erlö­se der Spen­den­ak­ti­on wer­den für die huma­ni­tä­re Arbeit in Rojava/ Nord­sy­ri­en ver­wen­det.

Zur Situation in Rojava

Ani­ta Sta­ros­ta hat am 20. Novem­ber für das med­ico-Rund­schrei­ben 4/2019 einen Bericht zur Situa­ti­on in Roja­va nach dem tür­ki­schen Angriff auf die Regi­on ver­fasst, den wir an die­ser Stel­le doku­men­tie­ren:
Ende eines kur­di­schen Neu­an­fangs. Von Ani­ta Sta­ros­ta